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28.06.2020 - Länge: 00:06:32

Liebe HauptstadtTV-Gemeinde, Ich habe den HERRN allezeit vor Augen. Psalm 16,8 Oft wird von Menschen erzählt, dass sie das Reisen ihr Leben lang besonders geprägt habe. Das Reisen ihr Leben besonders lebenswert gemacht habe. Daher frage ich mich: Warum fasziniert uns das Reisen so sehr? Ist es uns etwa in die Wiege gelegt? Liegt es uns gar in Leib und Blut? Ja!!! Eigentlich sind wir ja ständig auf der Reise. Vom 1. Geburtstag zum 2. Geburtstag. Von dem Geburtstag in die Zeit, am Anfang unseres Leben hin zu dem Geburtstag in die Ewigkeit, am Ende unseres Lebens. Und vor allem zugleich. Selbst während ich das sage und sie das hören, bewegen wir uns mit einer unglaublichen Geschwindigkeit von Millionen Stundenkilometern. Wegen der Erdrotation, dem Umlauf der Erde um die Sonne, wegen der Kreisbewegung der Milchstraße und weil uns so weit entfernte Haufen von Galaxien anziehen. Wir drehen uns mit etwa 464 Metern pro Sekunde, also 1670 Kilometern pro Stunde um die Erdachse. Wir erreichen allein dadurch permanent, so lange wir leben, die Geschwindigkeit eines Passagierflugzeugs. Viel schneller allerdings reisen wir mit durchschnittlich knapp 30 Kilometern pro Sekunde mit der Erde im Laufe eines Jahres um die Sonne. Das sind in der Stunde rund 110 000 km. Und das ist noch nicht alles. Das ganze Sonnensystem umkreist das Zentrum unserer Milchstraße. Eine volle Umrundung dauert etwa 240 Millionen Jahre. Unsere Galaxie ist so groß, dass durch diese Drehbewegung eine Geschwindigkeit von etwa 220 Kilometern pro Sekunde, von 792 000 Kilometern pro Stunde zustande kommt. Ihnen wird allein schon vom Zuhörenen schwindelig? Aber ja nicht wirklich! Weil wir von unserer Zeugung bis heute nie etwas anderes erlebt haben. Es ist uns also in der Tat in Fleisch und Blut übergegangen. Wir werden uns also nie wieder an dem Ort aufhalten, wo wir waren, als Sie den Anfang dieses Wortes zum Sonntag gehört haben? „Die Leidenschaft des Reisens ist das weiseste Laster, was die Erde kennt.“ schrieb vielleicht auch deshalb der in Potsdam 1948 verstorbene Publizist und Astronom Bruno H. Bürgel. Auch Adam musste aus dem Paradies ausreisen oder ausreißen, erzählt die Bibel gleich am Anfang. Und Noah reiste mit der Arche. Und Abraham reiste von Ur in Chaldäa ins gelobte Land. Doch auch er reiste vermutlich nicht freiwillig, sondern war auf der Flucht vor denen, die dort in Ur ihren Polytheismus weiter ungestört leben wollten. Isaak reiste und Jacob reiste, um seine Frau Rahel zu finden. Mose reiste mit dem ganzen Volk Israel ins verheißene Land. Jesus reiste mit seinen Eltern nach Ägypten auf der Flucht vor Herodes und dann von Galiläa nach Jerusalem. Wo er gekreuzigt wurde. Und Paulus reiste durch das ganze Römische Weltreich, um den Juden und den Heiden von Jesus zu erzählen. Seine Missionsreisen standen am Anfang der weltweiten Kirche. Wir reisen, weil uns die Ferne, das Fremde fasziniert. Wir wollen Neues kennenlernen. Aber wenn wir wieder daheim ankommen, sind wir so glücklich, wie wir es auf der Reise geworden sind! Denn zu Hause ist eben doch zu Hause. Wie Ying und Yang zieht uns das Fremde an und wenn wir dort sind, sehnen wir uns auch wieder nach dem Vertrauten, eben dem Zu Hause, den vertrauten vier Wänden. Das Wort Reisen kommt von sich erheben, von aufgehen. „The rising sun“ sangen „the animals“ 1964. Und viele klimperten das als erstes auf der Gitarre. „There is a house in New Orleans. They call the Rising Sun.“ Unterwegs sein, reisen, aufgehen, sich verändern, sich bewegen, das macht uns aus. Prägt uns. Gott begleitet uns auf unserem Weg. Gott ist unser Reisebegleiter. Er hat mit uns etwas vor. Aber er begleitet uns nicht nur, sondern er erwartet uns auch am Ende unserer Zeit, am Ende der Zeit. Und so ist die Kirche, die Gemeinschaft der Gläubigen, von der wir im Glaubensbekenntnis in jedem Gottesdienst reden, die Form, wie Gott uns seine Nähe spüren lässt. Uns daheim sein lässt, während wir unterwegs sind. Ich wünsche Ihnen einen frohen Sommer, wohin der Wind sie auch wehen mag! Wohin Gott sie auch führen und begleiten wird. Und dass sie also immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel haben, damit sie voran kommen und nicht etwa auf Grund laufen. Bleiben sie gesundBehütet.

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