Die Nachrichten vom 11. März 2020

CORONAVIRUS
Marienschule wurde geschlossen
Am Mittwochvormittag wurde die katholische Marienschule in Babelsberg geschlossen. Wie die Stadt Potsdam bekannt gab, kam die Anordnung vom Potsdamer Gesundheitsamt. Grund ist die Corona-Infektion einer Mutter. 270 Schüler des Gymnasiums wurden sofort nach Hause geschickt. Fast 300 Grundschüler mussten von ihren Eltern abgeholt werden. Einige Schüler, Lehrer und Familien sind wegen Corona-Verdachts in Isolation. Bei einer Pressekonferenz der Stadt wurde außerdem bekannt, dass ein zweijähriges Kind mit Corona-Infektion auf der Kinderintensivstation im Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum behandelt wird.
WILDSCHWEINPLAGE
Jagd mit Unterschallmuniton
In Stahnsdorf und Kleinmachnow dürfen Jäger für die Wildschweinjagd ab sofort Unterschallmunition verwenden. Dafür müssen sie eine Ausnahmegenehmigung bei der obersten Jagdbehörde einholen. Das teilt das Brandenburger Umweltministerium mit. Ein vom Ministerium in Auftrag gegebenes Gutachten zeigt eine ausreichende Tötungswirkung der Unterschallmunition bei einer Schussdistanz bis 50 Meter. Gerade im urbanen Raum kann der Einsatz von Unterschallmunition sinnvoll sein, denn die klassische Jagdmunition birgt ein hohes Sicherheitsrisiko für Menschen.
SICHERHEIT
Fahrradcodierung am Wochenende
Am Samstag führt die Potsdamer Polizei von 9 bis 12 Uhr im Vorraum des TOOM-Baumarktes in der Großbeerenstraße eine kostenlose Fahrradcodierung durch. Interessierte müssen ein Personaldokument und einen geeigneten Eigentumsnachweis mitbringen. Das kann z.B. eine Rechnung oder ein Fahrradpass sein. Wichtig ist, dass aus dem Dokument die Rahmennummer hervorgeht. Minderjährige dürfen ihre Fahrräder nur im Beisein der Eltern oder mit schriftlicher Einverständnis codieren lassen. Besitzer von E-Bikes werden gebeten, ihre Batterieschlüssel mitzubringen.
UNFALL
Zwei Autofahrer verletzt
In der Nacht zu Mittwoch wurden zwei Autofahrer bei einem Autounfall leicht verletzt. Das teilt die Polizeidirektion West mit. Ein Autofahrer fuhr aus der Yorckstraße in Richtung „Am Kanal“. Im selben Moment, wollte eine VW-Fahrerin von der Straße „Am Kanal“ nach links in die Friedrich-Ebert-Straße abbiegen, was jedoch verboten ist. Beim Zusammenstoß beider Autos wurden beide Fahrer leicht verletzt. Die Friedrich-Ebert-Straße war in dem Bereich zeitweise voll gesperrt. Der Sachschaden liegt bei etwa 10 000 Euro.
CORONA I
Merkel äußert sich zu Corona
Bei der Bundespressekonferenz in Berlin äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch erstmals öffentlich zur Corona-Pandemie. Dabei richtete die Kanzlerin einen Appell an die Gesellschaft: "Es geht um den Schutz gerade auch älterer Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen […] Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander [...] auf eine Probe gestellt, von der ich mir wünsche, dass wir diese Probe auch bestehen.“ Merkel gehe es außerdem darum, Zeit zu gewinnen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Mit anwesend war auch Gesundheitsminister Jens Spahn. Mit einem Impfstoff gegen Corona rechnet er frühestens 2021.
CORONA II
Union gegen Bayern ohne Fans
Das für Samstag geplante Bundesliga-Spiel in der Alten Försterei zwischen dem 1. FC Union Berlin und Bayern München wird ohne Publikum stattfinden. Das entschied das Gesundheitsamt in Treptow-Köpenick. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci, SPD, bestätigte die Information. Ziel sei es, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern. In diesem Zusammenhang hat die Berliner Gesundheitssenatsverwaltung einen sofortigen Stopp für sämtliche Veranstaltung mit mehr als 1000 Personen angeordnet. Die Regelung gilt zunächst bis zum 19. April.
PROTEST
AWO streikt für bessere Löhne
Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag alle Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt in Berlin zu einem dreitägigen Streik aufgerufen. Das sind rund 1800 Beschäftigte. Grund für den Streik: Erzieher, die bei der AWO arbeiten, bekommen weniger Gehalt, als Erzieher, die nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt werden. Laut Medienberichten kann es deshalb zur Schließung von AWO-Einrichtungen kommen. Auch Kindergärten können betroffen sein. Die AWO betreibt nach eigenen Angaben insgesamt 45 Kitas in Berlin. Eltern werden gebeten, sich im Falle einer Schließung an den jeweiligen Kita-Träger zu wenden.
BERLINER JUSTIZ
„Zentralstelle Hasskriminalität“
In Berlin entsteht eine „Zentralstelle Hasskriminalität“. Das gab Berliner Justizsenator Dirk Behrendt gemeinsam mit Generalstaatsanwältin Margarete Koppers bekannt. Laut Medienberichten sei die neue Zentralstelle eine Reaktion auf die Anschläge von Halle und Hanau. Die neue Einheit konzentriert sich auf alle Formen "vorurteilsmotivierter" Straftaten. Außerdem soll die Zentrale dabei helfen, Organisationen und Initiativen gegen Hasskriminalität aktiv miteinander zu vernetzen. Allein 2019 wurden fast 400 Strafverfahren mit antisemitischem Hintergrund eingeleitet.